ZenWeg

Archiv Dezember, 2009

WILLKOMMEN IM HIER UND JETZT

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ZENKREIS LINKER NIEDERRHEIN

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Im Frühjahr 2008 haben wir in Geldern eine Meditationsgruppe ins Leben gerufen, um allen Suchenden Gelegenheit zu bieten, den spirituellen Zen-Weg kennen zu lernen und gemeinsam zu praktizieren. Inzwischen hat sich ein Kreis von einem Dutzend Teilnehmern gebildet, die regelmäßig alle zwei Wochen sonntags abends in der Yoga-Oase Geldern meditieren. Willkommen sind alle - unabhängig von Glauben und Konfession - die mit Meditation beginnen und neue Kraft aus der inneren Ruhe schöpfen wollen.

Zen ist eine gegenstandsfreie Meditationsform, die vor ewigen Zeiten in Fernost entwickelt wurde. Zentrale Übung ist die Meditation im Sitzen “Zazen”, bei der ein entspannter, freier und vollkommen wacher Zustand erreicht werden kann. Durch eine regelmäßige Praxis vertieft sich das Verständnis für unser Leben. Zen weist den Weg in die eigene Mitte, zu unserem wahren Selbst. Wir  werden achtsam und klar - und ruhen schließlich in uns selbst. Diese innere Haltung spiegelt sich mit der Zeit auch in unseren täglichen Handlungen wider.

AnfängerInnen erlernen zunächst einmal das “richtige Sitzen”, die äußeren Voraussetzungen für Zazen. In aller Stille, regungslos, aufrecht und wach sitzen wir möglichst mit übergeschlagenen Beinen auf einem Meditationskissen. Wir üben die feinfühlige Balance zwischen Anspannung und Entspannung, in der unser Körper ruhen und unsere Atmung ihren natürlichen Rhythmus annehmen kann. Dann lernen wir Hilfsmittel kennen, die den Geist zur Ruhe bringen. Die Fähigkeiten der Konzentration und Fokussierung werden schrittweise geschärft und wir wachsen in unserem Vermögen, mit Klarheit und Aufmerksamkeit in Zazen zu sitzen. Indem wir das diskursive Denken beenden, kommt allmählich auch das zum Vorschein, was sich bisher unbesehen an der “Rückseite” des Geistes abgespielt hat. Den geistigen Blick für das Unbewusste zu öffnen, ist  zweifellos ein großer Gewinn für uns selbst und für den Dienst an unseren Mitmenschen.

ZenMeditation ist ein Reinigungsweg, und zwar der radikalste Reinigungsweg des Geistes, auf dem man weder sich selbst noch andere täuschen kann. Wer viel Zazen übt, wird mehr und mehr frei von Vorurteilen und von der Furcht, die Wahrheit anzuerkennen so, wie sie ist. Die Form der Zen-Übung, die wir praktizieren, ist von Symbolen und Ritualen* geprägt und erfordert daher ein gewisses Maß an Disziplin. Sie eignet sich nur für Menschen, die bereit sind, ernsthaft an sich zu arbeiten.

Einer der bedeutendsten Zen-Meister des 20. Jahrhunderts, der Japaner Kodo Sawaki (1880-1965), trifft mit folgendem Spruch genau ins Schwarze: “Nirgends wirst du so gnadenlos mit dir selbst konfrontiert wie in Zazen. Du wirst all das an dir sehen, was du lieber nicht gesehen hättest. Und je reiner dein Zazen ist, desto durchsichtiger wirst du dir werden. Je durchsichtiger du dir wirst, desto deutlicher werden dir deine schmutzigen Seiten vor Augen kommen. Nur wenn du dich wirklich selbst erkennen willst, praktiziere Zazen.”

Die Meditationsabenden in Geldern werden geleitet von Gregor Ho Tetsu Behrendt, der sich seit 20 Jahren mit dem Zen-Weg befasst. Er ist Schüler von Zen-Meister Christoph Rei Ho Hatlapa, dem Dharmanachfolger von Oi Saidan Roshi (Erzabt des Hokoji-Klosters bei Hamamatsu/Japan) und Repräsentant dieser Rinzai-Traditionslinie in Deutschland. (weitere Informationen finden Sie in der rechten Spalte unter “Links” Choka Sangha Zen)

Der Einstieg in den Zen-Weg ist jederzeit möglich. Es gibt keine besondere Verpflichtung. Vorkenntnisse sind zwar nicht erforderlich, aber Sie sollten vorher einmal ausprobieren, ob Sie etwa eine Viertelstunde still sitzen können. Eine für Sie geeignete Haltung und Sitzhilfe finden Sie rechts unter “05 - Anleitung”. Bitte melden Sie sich beim ersten Besuch vorher zu einer kurzen Einweisung an (Telefon 02831-97 66 260). - Für Interessierte, die sich zunächst umfassender informieren möchten, bieten wir auf Wunsch auch die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch.

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Ablauf der Meditationsabende

Wir treffen uns etwa eine Viertelstunde vor Beginn der Meditation, um unsere Sitzplätze vorzubereiten, so dass wir ungestört anfangen können. Wer sich verspätet und die Zendo-Tür verschlossen vorfindet, muss diesmal leider draußen bleiben.

Der Ablauf gestaltet sich dann folgendermaßen: Nach einer kleinen Teezeremonie (Sarei) wird ein zur Einstimmung passender Text vorgetragen. Es folgen zwei 25-minütige Sitzrunden (Zazen). Dazwischen gibt es eine Geh-Meditation (Kinhin). Zum Abschluss der praktischen Übung rezitieren wir das Herz-Sutra. Danach bietet sich beim Tee noch Gelegenheit zum Gedankenaustausch. -  Weitere Informationen finden Sie unter “03 - ZenMeditation”.

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Die nächste ZenMeditation

findet am Sonntag, 12. September 2010, um 20 Uhr, in der  Yoga-Oase statt.  Wegbeschreibung: Wenn Sie auf der Weseler Straße (B 58) Richtung Geldern fahren, biegen Sie nach der 1. Ampel rechts in die Fürstenberger Straße ein und danach sofort links in „Am Geesthof” zur Nr. 4.  Bitte melden sich beim ersten Besuch vorher zu einer kurzen Einweisung an: Telefon 02831-97 66 260.

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* Symbole und Rituale

Im Zen sind religiöse Symbole nur der Finger, der zum Mond zeigt - aber nicht der Mond selbst. Sie sind Wegweiser, die über sich hinaus auf die jenseits allen Begreifens liegende Wirklichkeit hinweisen. Allerdings können sie zugleich auch Hindernisse auf dem spirituellen Weg sein, wenn wir sie fälschlicherweise für das halten, was sich nicht durch Bilder oder Worte darstellen lässt.

Damit sie nicht unsere spirituelle Weiterentwicklung blockieren, sollten wir uns stets über den eigentlichen Zweck und Nutzen der Symbole klar werden. Eine Buddha-Figur zum Beispiel erinnert uns an den großen Lehrmeister der Menschheit und fordert gleichzeitig dazu auf, seinen Weg zur Befreiung von Leid und Angst fortzusetzen. Auch wenn diese Statue ein wertvolles Kunstobjekt wäre, bliebe sie aber letztendlich immer eine leere Form. - Ebenso verhält es sich mit den Ritualen im Zen. Ob es dabei um Art und Weise der Meditation, um Rezitationen, Verbeugungen oder Niederwerfungen geht, alle diese Übungen dienen keinen religiösen Bekundungen, sondern nur zur Einstimmung und Konzentration auf die Versenkung.

Erst wenn wir uns von den alten Denkweisen des spirituellen Materialismus vollkommen befreien und bereit sind, das Eintauchen in die große Leere zu wagen, werden wir aus dem Traum der dualistischen Welt erwachen und die kosmische Dimension des ursprünglichen reinen Seins entdecken. Dann werden wir die wahre Natur des nicht getrennten Selbst - das Einssein mit der Urquelle - erkennen.

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  • Kategorie: 01 - Zenkreis
  • DIE KUNST DES ACHTSAMEN LEBENS

    Bereits zum zweiten Mal seit seiner Gründung im April 2008 hat der Zenkreis Linker Niederrhein einen “Tag der Achtsamkeit” veranstaltet. Diesmal hatten sich am 2. Adventssonntag 16 Teilnehmer in der Yoga-Oase eingefunden, um 
mit ZenMeditation, Yoga und Stille-Übungen die “Kunst des achtsamen Lebens” zu praktizieren. Die Resonanz war wieder so positiv, dass der Zenkreis diese Veranstaltung in der Adventszeit zur ständigen Einrichtung machen möchte.

    Einstimmung zum “Tag der Achtsamkeit”

    “Achtsamkeit bedeutet die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit ganz dem gegenwärtigen Moment zu widmen und dabei die innere und äußere Realität wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten. Den meisten Menschen fällt es heute schwer, angesichts vielfältiger und permanenter Belastungen im täglichen Leben innerlich zur Ruhe zu kommen. Die Notwendigkeit, verschiedene Anforderungen gleichzeitig zu bewältigen, verstärkt den Druck. Vor lauter Pflichten, Aufgaben und Nöten geht der Blick für den gegenwärtigen Augenblick verloren. Warum geschehen so viele Unfälle in Beruf, Verkehr und Haushalt, Ungeschicklichkeiten, Missverständnisse in der Kommunikation untereinander?

    Gleichzeitig wächst jedoch die Sehnsucht einmal inne zu halten, wieder zu Atem zu kommen und so neue Kraft zu schöpfen. Der Begriff ,,Achtsamkeit” ist fast zum Modewort geworden. Aber, wer übt sie im Alltag? Die Fähigkeit, sich ganz auf die Gegenwart einzulassen, ist lernbar. Es geht dabei darum, für sich einen Weg zu finden, um mit den Belastungen im eigenen Leben, mit sich selbst und mit nahestehenden Menschen, achtsam und liebevoll umzugehen.

    Heute wollen wir mit Hilfe von Zen-Meditation und Yoga-Übungen lernen, uns immer mehr von Gedanken an die Vergangenheit und von Sorgen um die Zukunft zu lösen, um bewusst im Hier und Jetzt zu leben. In der Stille, im Abstand vom Getriebe des Alltags wollen wir uns einüben im achtsamen Wahrnehmen des Augenblicks.

    Die Aufgabe ist, die Achtsamkeit und geistige Gegenwart beständig aufrechtzuerhalten. Deshalb wollen wir heute sehr wenig sprechen, um einander nicht zu stören und uns gegenseitig nicht abzulenken. Das Hauptwerkzeug, sich in Achtsamkeit zu üben, ist der Atem. Er bildet die Brücke zwischen Körper und Gedanken. Immer, wenn unser Geist zerstreut ist, sammelt man ihn wieder mit dem bewussten Atem. Dieses Verfahren hilft, die ungeteilte Aufmerksamkeit auf die Übungen und die tiefe Innenschau zu richten.

    An diesem „Tag der Achtsamkeit” können auch sehr intensive Gefühle und Gedanken aus dem Unterbewusstsein aufsteigen, die wir nicht durch Ablenkungen unterdrücken sollten. Wir können diese intensiven Energien aus dem Inneren beobachten, ohne uns mit ihnen zu identifizieren, an ihnen festzuhalten, und wir sollten sie akzeptieren als Teil unserer Lebenserfahrung.

    Die Achtsamkeit ist ein Werkzeug, um mehr Herrschaft über unsere körperlichen, geistigen oder seelischen Aspekte zu erlangen. Sie kann uns helfen, mit jeder Lebenssituation bewusst und intelligent umzugehen. „Achtsamkeit ermöglicht uns, jede Minute unseres Lebens ganz zu leben. Achtsamkeit schenkt uns Leben,” sagt Zen-Meister Thich Nhat Than. - Achtsamkeit ist der Schlüssel zu Liebe und Frieden.

    Ich wünsche uns allen wertvolle Erfahrungen und tiefe Erkenntnisse.”