Bei unseren ersten beiden Meditationsabenden in diesem Jahr habe ich drei der insgesamt vier Arten des Samadhi vorgestellt. Ihr erinnert Euch: Im positiven Samadhi nehmen äußere Umstände unsere volle Aufmerksamkeit in Beschlag. Wenn wir z. B. von einem Sonnenuntergang am Meer vollkommen fasziniert sind. Das absolute Samadhi liefert uns die Grundlage für die Praxis des Zazen und bezieht sich auf die innere Aufmerksamkeit.  Und im Samadhi der Selbst-Beherrschung erreichen wir den reinsten Zustand unseres Daseins. Allerdings muss man durch diesen Geisteszustand des „Nichts” vollständig hindurch, wenn man echte Verwirklichung erlangen will. Denn zur Erleuchtung kann man nur kommen, wenn man seine alten, gewohnten Bewusstseinsweisen abgestreift hat. - Bevor ich die vierte Samadhi-Kategorie demnächst vorstelle, möchte ich heute die verschiedenen Versenkungsstufen erläutern, wie sie Jack Kornfield in seinem Buch „Das weise Herz” beschrieben hat.

In der Meditation bringt die systematische Entwicklung der Konzentrationsfähigkeit Zugang zu tiefen Einsichten. Unser Bewusstsein verschmilzt mit seiner Aufgabe, dem Objekt unserer Konzentration. Dieses kann etwas ganz Simples sein. Wir können uns auf eine Kerzenflamme konzentrieren, auf den Körper, den Atem, ein Koan oder Mantra. Der Geist wird ruhiger und beständiger, wenn er sich auf dem Meditationsobjekt gleichsam »niederlässt«. Dieser Prozess, bei dem sich unsere Konzentration weiter entwickelt, wird in buddhistischen Texten »Reinigung« genannt. Dabei geht es nicht um spirituelle oder gar moralische »Sauberkeit«, sondern um die Erfahrung des Loslassens in Körper und Geist.

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