17 Dez
Meditation soll uns nicht dazu verleiten, Problemen aus dem Weg zu gehen oder vor Schwierigkeiten davonzulaufen. Sie soll uns vielmehr dabei helfen, stets präsent, kraftvoll und lebendig zu sein und so das Leben leichter zu meistern. Zu meditieren bedeutet, dass wir lernen innezuhalten - und damit aufzuhören, uns von unserem Bedauern über Vergangenes oder von unseren Sorgen um die Zukunft davontragen zu lassen. Die grundlegende Praxis der bewussten Atem-Meditation kann bewirken, dass deine Achtsamkeit genährt wird. Wenn du lernst, wie du die Energie der Achtsamkeit hervorbringst und ihr gestattest, all dein Tun zu durchdringen, werden auf ganz natürliche Weise Verstehen, Mitgefühl und eine liebevolle Freundlichkeit in dir erblühen.
Dein Atem ist Teil deines Körpers, und dein Geist tritt durch das achtsame Atmen intensiver in Kontakt mit dem Körper. Wirkliches Ruhen und wahrer Frieden sind die natürliche Folge bewussten Atmens, wo Körper, Atmung und Geist zum Einklang finden. Diese Art des Atem-Bewusstseins hat etwas seltsam Belebendes. Als einzige Körperfunktion, die sowohl autonom als auch vom Willen gesteuert sein kann (im Unterschied etwa zum Herzschlag), eignet sich der Atem besonders gut als Gegenstand der Achtsamkeit. Das Achten auf den Atem ist nicht nur eine gute Konzentrationsübung; wenn wir nämlich den Impuls, ihn zu kontrollieren, gänzlich aufgeben können, werden wir in seinen rhythmischen Bewegungen Zeuge jener Freiheit, die in der Natur der Wirklichkeit liegt. Warte einfach ohne Erwartung. Irgendwann geschieht es plötzlich, dass du »es« atmen fühlst.
7 Dez
Ein Zen-Sprichwort lautet: “Das Bild eines Kuchens kann nicht den Hunger stillen”. Das heißt aber auch, Lesen allein bringt uns nicht weiter. Man muss das, was in den Büchern steht, selber praktizieren und die Meditation am eigenen Körper erleben. Selbst, wenn man die Auflösung von Koans oder autentische Schilderungen von Erleuchtungserfahrungen fände, würde das einem überhaupt nicht weiterhelfen. Bücher können nur den Weg weisen, den jeder für sich selber gehen muss.
Alle mit einem Stern* markierten Titel gehören zum Bestand der Zenkreis-Bibliothek.
Abehsera, Michel
Zen-Kochkunst - Das erste makrobiotische Gesundheits-Kochbuch *
Abt Muho
Zazen oder der Weg zum Glück *
Aitken, Robert
Zen als Lebenspraxis *Allen, Robert
A Thousand Paths to Zen - 1000 wise and inspiring thoughts to Zen *
Batchelor, Stephen
Buddhismus für Ungläubige *
Bazzano, Manu
Zen-Gedichte *
Beck, Charlotte Joko
Zen im Alltag *
Bessermann, Perle / Steger, M.
Verrückte Wolken
Bottini, Oliver
Das große O.W. Barth-Buch des Zen *
Bovay, Kaltenbach, de Smedt
Zen - Praxis und Lehre (nach Meister Deshimaru) *
Bäutigam, Uwe
Buddha begegnen - An heiligen Orten in Nepal und Japan *
Breyer, Karin
Rendezvous mit Buddha - Buddhistische Klöster und Zentren *
Brown, Edward Espe
Das Lächeln der Radieschen - Zen in der Kunst des Kochens *
Daehaeng, Zen-Meisterin
Wie fließendes Wasser - 33 Zen-Geschichten aus Korea *
Deshimaru, Taisen
Za-Zen - Die Praxis des Zen *
Deshimaru, Taisen
Zen in den Kampfkünsten Japans *
2 Dez
In einem Kloster lebte ein verwirklichter Zen-Meister. Der Ruf seiner Weisheit hatte sich weithin verbreitet, und im Lauf der Zeit waren viele Mönche ins Kloster gekom-men, um unter seiner Führung die Lehre zu praktizieren. Vom Ruhm des Meisters angezogen, besuchten aber auch immer mehr Laien das Kloster. Auf der Suche nach Erleichterung von den Bürden ihres Lebens wollten sie dort ihre Sorgen vor den Buddha bringen, Zeremonien für ihre Vorfahren abhalten, in der Meditation zu sich selbst finden oder auch einfach nur einige Stunden in der Nähe des Meisters weilen.
Schließlich wimmelte das Kloster Tag für Tag nur so von Leuten, und die Mönche hatten mit der Versorgung der vielen Menschen alle Hände voll zu tun. Von früh bis spät waren sie damit beschäftigt, Essen zubereiten, Zeremonien abzuhalten, das Kloster sauber zu halten und die vielen anderen Aufgaben zu bewältigen, die der stetige Strom der Besucher mit sich brachte.