ZenWeg

Archiv September, 2008

HIMMEL UND HÖLLE

„Ein japanischer Samurai forderte einst einen Zen-Priester auf, ihm Himmel und Hölle zu erklären. Doch der Priester erwiderte verächtlich: „Du bist nichts als ein Flegel, mit deinesgleichen verschwende ich nicht meine Zeit.“
Tief getroffen in seiner Ehre zog der Samurai sein Schwert und schrie: „Für deine Frechheit sollst du mir sterben!“
„Das ist“, gab ihm der Priester gelassen zurück, „die Hölle.“
Verblüfft von der Erkenntnis der Wahrheit dessen, was der Zen-Meister ihm über die Wut gesagt hatte, beruhigte sich der Samurai. Er steckte das  Schwert zurück und dankte dem Priester mit einer tiefen Verbeugung für die Einsicht. „Und das“, sagte der Priester, „ist der Himmel.”

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ZEN UND RELIGION

“Zen ist kein System, das sich auf Logik und Analyse gründet. Wenn es irgendetwas ist, so ist es das Gegenteil von Logik, unter der ich die dualistische Denkweise verstehe. . . . Weder hat Zen uns auf dem Wege intellektueller Analyse etwas zu lehren, noch enthält es irgendwelche feste Lehrmeinungen, die seine Anhänger annehmen müssten. In dieser Beziehung ist Zen völlig chaotisch, wenn man so sagen will. Wahrscheinlich werden Zen-Anhänger eine Menge von Lehrmeinungen haben, aber sie haben sie auf ihre eigene Rechnung und zu ihrem eigenen Besten; sie verdanken sie nicht dem Zen.

So gibt es im Zen auch weder heilige Bücher noch dogmatische Lehrsätze, noch irgendwelche symbolische Formeln, die das Wesen des Zen zugänglich machen könnten. Werde ich also gefragt, was Zen lehrt, so muss ich antworten, dass Zen nichts lehrt. Was immer für Lehren es im Zen gibt, sie kommen aus dem eigenen Inneren jedes einzelnen. Wir sind selbst unsere Lehrer; Zen weist nur den Weg.  Mag dieses Wegweisen eine Lehre sein, so gibt es im Zen doch nichts, was als grundsätzliche Lehre oder philosophische Basis bezeichnet werden könnte. . . .

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